Krimi-Dinner zugunsten ‚MiriamsHoffnung‘

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Interkommunale Vereinsarbeit: so könnte man das Krimidinner „Tödliches Alpenglühen“ das dieses Wochenende zweimal im Gasthaus Alter Wirt in Baar-Ebenhausen aufgeführt wurde überschreiben. Und natürlich Premiere – und das in vielerlei Hinsicht: erstmals standen Mitglieder der drei benachbarten Theatergruppen und Vereine (SV Karlskron, Theaterverein Adelshausen-Aschelsried, Theaterverein Baar-Ebenhausen) gemeinsam auf der Bühne.Erstmals wurde überhaupt ein Krimidinner auf die Beine gestellt. „Erfahrung haben wir bislang natürlich alle mit unseren Drei-Aktern und der dafür notwendigen Regie“, erklärt Christian Finkenzeller von den Adelshausener Theaterspielern. Und natürlich Sketchen während der Starkbierzeit.

Theater und Essen: Krimidinner mit optimalem Zeitmanagement

Wie man aber das Theater mit dem Essen im Gasthaus Alter Wirt am Besten zusammen bringt – die Erfahrung fehlte bislang gänzlich. „Ich war sehr nervös, obwohl ich überhaupt nicht mitgespielt habe“, erklärt Maria Dill, die die Gestamtleitung der Veranstaltung inne hatte und die drei Vereine zusammen gebracht hat. Als Gesamtziel hatten sich die Theaterleute die Unterstützung der zwei Jahre alten Miriam überlegt. Schließlich ist ein Bezug des am RETT-Syndrom erkrankten Mädchen zur Region  bzw. zur Gemeinde Karlskron gegeben.

Rett Syndrom Deutschland e.V.
Hamburger Sparkasse
Stichwort: Miriamshoffnung
IBAN: DE 28 200 505 501 385 272727
BIC: HASPDEHHXXX

Und dann gab es noch eine Premiere: denn das auf die Bühne gebrachte Stück „Tödliches Alpenglühen“ ist eigentlich überhaupt kein Theaterstück sondern ein Gesellschaftsspiel. Und das hat der aus Baar-Ebenhausen stammende Paul Thaller in eine Theaterfassung umgeschrieben. Die Grundhandlung bzw. Grundgeschichte stammt aus dem Spiel – bühnentauglich umgeschrieben wurde es dann vom Verserl-Paule. „Das war schon etwas ganz anderes, als einfach nur Reime oder Gedichte zu schreiben. Denn wichtig ist hier natürlich, dass die Handlungen nicht durcheinander gewürfelt werden oder die Theaterpassagen und damit die ganze Veranstaltung zu langatmit werden“, so Thaller, der die Herausforderung gerne angenommen hat.
Entstanden ist das Projekt aufgrund einer Idee von Maria Dill letztes Jahr in der Weihnachtszeit.

Interkommunales Vereinsprojekt mit Herzblut

Leute die Mitspielen wollen hätte sie in den drei Vereinen sofort zur Hand gehabt. Und natürlich auch erfahrene Helfer wie Albert Oberhofer, die sich um die Regie des Stückes oder Manuela Pilz die sich um die optische Veränderung der Akteure kümmerten. Die Besetzung der Rollen war damit fast schon ein Selbstläufer. Am Ende – davon konnten sich die Zuschauer in der etwa dreieinhalbstündigen Veranstaltung selbst überzeugen – hatte jeder Akteur wirklich auch seine Paraderolle. Fast wie individuell dafür geschrieben. Das war aber nicht der Fall, erzählt Paul Thaller: „Ich wusste am Anfang nämlich nicht, mit welchen Akteueren die Rollen tatsächlich besetzt werden sollen.“ Gepasst hat es aber perfekt mit Melanie Dorschner als der Stadt-Zicke oder Katharina Ferber als der russischen Table-Tänzerin Ludmilla, mit Martin Bergmaier als Bürgermeister und Bauer oder Roland Pilz als dem leicht halbseidenen Geschäftsmann. Die Mischung im Team machte es – ältere und jüngere Charaktere konnten altersmäßig ideal besetzt werden – z.B. mit Armin Fehlau als Knecht Sepp, Hannah Bayerl als Magd Resi sowie dem Geschwisterpaar Toni und Xaver, dargestellt von Stefanie Aschenbrenner und Christian Kopold.
„Mir war ein richtig verbindendes Element wichtig. Daher hat der Kommissar Reimer (Christian Finkenzeller), der den Mordfall am Ende lösen soll, regelmäßig die Geschehnisse der einzelnen Teilabschnitte für die Dinner-Besucher noch einmal zusammengefasst“, erklärt Thaller. Soviel sei Verraten: der Täter wurde am Ende gestellt, Verwirrungen wurden bewusst Geschaffen und nicht nur kulinarisch sondern auch optisch gab es einen echten Hingucker auf der Bühne zu bestaunen. Manuela Pilz – für die Maske der Schauspieler auf der Bühne verantwortlich – hatte hier wahrlich ganze Arbeit geleistet und das eigentliche Mord-Opfer so originalgetreu wie möglich dargestellt und geschminkt.

Aufführung schreit nach Wiederholung

Das Krimi-Dinner „Tödliches Alpenglühen“ konnte in vielerlei Hinsicht überzeugen: durch den überzeugenden Einsatz der Akteure auf der Bühne, durch das gute Timing zwischen Theater und Essen insbesonder aber auch durch das perfekt harmonierende Miteinander zwischen den Akteueren der verschiedenen Vereine, die gezeigt haben: Zusammen geht es wunderbar. Das schreit in jedem Fall nach einer Wiederholung einer derartigen Veranstaltung.