Lokaljournalismus kontra Welt-Nachrichten
Was braucht man noch im Lokaljournalismus?
Übung: Herunterziehen überregionaler Nachrichten auf lokael Ebene: z.B. Trinkgeldsteuer, Mobilfunkmasten, Kürzung der Sozialhilfeleistungen für Auslänger, die die deutsche Sprache nicht lernen wollen; CDU-Kampagne für Aufwertung des Ehrenamtes.
Ein Tipp von Akademieleiter Herbert Knur (Akademie der bayerischen Presse in München), gleichzeitig Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in der Nähe des Erdinger Flughafens:
Bei Sitzungen versuchen, auch ein Auge auf die nicht-öffentliche Tagesordnung zu werfen. Bei Wegfallen des Geheimhaltunsgrundes muss die Verwaltung Auskunft über das Abstimmungsergebnis geben.
Tipps für Recherche im Lokalen
• von außen nach innen recherchieren (Hauptbetroffene also zuletzt fragen)
• Fragetechnik: Unterstellung, Fangfrage: »Darf man gratulieren?«
• Ablehnung mitschreiben: »Dazu kann ich jetzt nichts sagen.«
• Informanten isolieren
• Fragestellung bei Sekretärin: »Ist…da?«; dann fällt Lüge schwerer!
• Sekretärin verantwortlich machen: »Ich brauche den Bürgermeister bis 14 Uhr, damit auch seine Stellungnahme abgedruckt werden kann!«
• Zuerst reden lassen, dann mit Vorhalten konfrontieren.
• Recherche auf mittlerer Etage oft fruchtbarer als auf höherer Ebene.

Journalismus heißt keineswegs, nur irgendwelche Texte zu verfassen. Journalismus bedeutet Leidenschaft für Themen, Aufgaben und Anliegen. Als ausgebildete Journalistin bzw. Redakteurin bin ich seit Beginn an – also den 90er Jahren – crossmedial unterwegs. Online-Berichterstattung, Zeitung, Zeitschrift und Hörfunk haben für mich immer schon eine Rolle gespielt.